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Schwer zu ersetzen: Sebastian Stegemann legt sein Amt als Jugendwart nieder

Auch als HTTV-Coach oft im Einsatz: Sebastian Stegemann

Ganze zehn Jahre lang war er Mitglied im Jugendausschuss, sechs davon als Jugendwart die treibende Kraft des Hamburger Jugendtischtennis. Nun hat Sebastian Stegemann beim gestrigen Jugendtag auch offiziell seinen Rücktritt vom Amt des Jugendwarts bekannt gegeben. Lothar Baumann und Jasmin Kersten dankten Sebastian stellvertretend für den gesamten Hamburger Tischtennisverband.

Wer ihn kennt oder ihn einmal bei der Arbeit erlebt hat, dem dürfte schnell klar sein, welch herben Verlust der HTTV damit erleidet. Stets klar und analytisch denkend, jede Regel und Satzung bis ins kleinste Detail kennend, immer einen flotten Spruch auf den Lippen habend („Das System hat ja in seiner bisherigen Funktionsweise auch noch keine Revolution hervorgerufen“ oder „Eine EDB-Änderung ist ja nun auch kein Weltkrieg“), immer diplomatisch zwischen den Interessen der Vereine und dem Verband vermittelnd, kurz: als Kompetenz in Person kämpfte Sebastian Stegemann eine Dekade lang mal auf Turnieren sichtbar, zumeist aber im Verborgenen für funktionierendes und attraktives Hamburger Jugendtischtennis. Jeder Jugendliche dürfte schon mal in den Genuss seiner Arbeit gekommen sein, es sei denn er hat noch nie an einem Punktspiel oder Turnier teilgenommen. Wie viel Arbeit tatsächlich hinter dem reibungslosen Ablauf eines Turniers oder der Organisation des Punktspielbetriebs steckt, dürfte für die meisten schwer vorstellbar sein. Dem Arbeitspensum des Jugendausschusses dürfte nur der Sportausschuss unter der Leitung von Karsten Reinecke nahe kommen. Und nebenbei noch einen Job als Stadtplaner und ein zweites Ehrenamt als 2.Vorsitzender der Hamburger Sportjugend: Das all das dem unermüdlich engagierten Sebastian nach so vielen Jahren nicht mehr unter einen Hut passt, ist natürlich verständlich. So kam es auch, dass die Arbeit des Jugendausschuss selbst für eine geballte Kompetenz wie ihn nicht alleine stemmbar war. Mit ihm wirkten lange und ziehen sich nun ebenfalls zurück: Jasmin Kersten (stellv. Jugendwartin), Pujan Dashti (2.Beisitzer) und Franziska Großer (3.Beisitzerin). Auch ihnen gilt großer Dank für ihre Arbeit! Zum Glück bleibt Jasmin Kersten dem Jugendausschuss weiter als Beisitzerin erhalten. Zudem machte auch Sebastian deutlich, dass es kein Abschied auf Nimmerwiedersehen sei, sondern er dem Jugendausschuss weiter beratend zur Seite stehen werde.

Das Alte vergeht, neues entsteht

Die Trauer über den Abschied Sebastian Stegemanns konnte jedoch durch die Vorstellung einer neuen Hamburger Jugendwärtin gedämpft werden: Katrin Nitz, Spielerin und Trainerin beim SC Poppenbüttel. Erfreulich auch insofern, als dass damit der Anteil von Frauen im Vorstand um 100% gestiegen ist. Für sie dürfte es nun gelten, sich erstmal langsam in die Funktion einzuarbeiten. Dass Fußstapfen mit zehn Jahren Erfahrung nicht gleich vollständig ausgefüllt werden können, versteht sich von selbst. Zudem stehen ihr frische, neue Gesichter zur Seite. Erstmals endete gestern ein Jugendtag mit einem größeren Jugendausschuss als noch vor Beginn: Michel Dohmen (2.Beisitzer, TSV Sasel), Thomas Puchalka (3.Beisitzer, TSV Glinde) und Ulf Maaß (5.Beisitzer, USC Paloma) werden Katrin zukünftig mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zudem bleibt Tobias Friemel dem JA für die Staffeleinteilung und die Abwicklung des Jugendpokalwettbewerbs erhalten (4.Beisitzer). Die höhere Quantität könnte langfristig also eine ähnliche Qualität wie der alte Ausschuss garantieren.

Ergebnisse des Jugendtags

Trotz der personellen Veränderungen wurde beim gestrigen Jugendtag wie immer heiß und produktiv diskutiert. Topthema des Abends war die Zukunft des Hamburger Mädchentischtennis. Auf Grund seit längerem rückläufiger Mitgliederzahlen im weiblichen Jugendbereich, diskutierte der Jugendtag über möglich Veränderungen zur Bekämpfung dieser Tendenz. Mit der Umstellung auf 3er Mannschaften und einer Lockerung der Ersatzspielregelung für Mädchen im Schüler- und Jungen-Betrieb sind Maßnahmen angedacht worden, die eher Symptom- als Ursachenbekämpfung sein dürften. An den eigentlichen Ursachen, der Tatsache, dass weiterhin nur wenig Hamburger Vereine intensive Jugendarbeit für Mädchen anbieten, dürfte das wenig ändern. Schon eher dürfte da die von Christopher Dohrn angebotene Trainer-Fortbildung für den Mädchen-Sport eine Maßnahme sein, die die Ursachen an der Wurzel packt, sofern sie denn von den Vereinen wahrgenommen wird.

Ein weiterer Hauptpunkt war die Evaluierung der Wochenendstaffeln, die nun seit knapp zwei Jahren Jugendlichen mit Ganztagsschulbelastung die Möglichkeit bieten, auf das Wochenende auszuweichen. Hier kam von fast allen Vereinen positives, teils sogar begeistertes Feedback. Damit dürften die Wochenendstaffeln aus der Testphase nun in eine dauerhafte Regelung übergehen.

Alles weitere vom Jugendtag gibt es in detaillierter Form im wieder einmal von Hannes Schulz erstellten Protokoll nachzulesen.

Etwas enttäuschend war mal wieder die Anzahl der vertretenen Vereine. Genau wie im Vorjahr waren lediglich 17 von 60 Hamburger Vereinen, die Jugendarbeit betreiben, anwesend. Besonders unterrepräsentiert war dabei die Südregion, die nur durch Wilhelmsburg und Fischbek vertreten war. Für das kommende Jahr also nochmal der Appell an alle Vereine mit Jugendarbeit zur Teilnahme am Jugendtag! Interessen sollten auch präventiv vertreten werden und nicht erst, wenn es zur Interessenkollision kommt.

Jan Niklas Meyer

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