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Anna Tietgens und Lleyton Ullmann beim TOP 24

Letztes Wochenende war es dann soweit: Ab ging es am Freitagmittag -versuchsweise mal wieder auf der Schiene- in Richtung Neckarsulm zum TOP 24 der A-Schüler_innen mit Anna Tietgens (SC Poppenbüttel) und Betreuerin Jasmin Kersten sowie Lleyton Ullmann (TSV Sasel). Das leicht brüchige Vertrauen von Verbandstrainer Olli in die Deutsche Bahn und ihre Fahrplanvorhaben wurde dieses Mal schon vor der Abfahrt weiter untergraben; die um 25 Minuten verspätete Abfahrt aufgrund von Störungen im Betriebsablauf machten ein Erreichen des Anschlusszuges in Würzburg unmöglich. Für unsere Rückfahrt am Sonntag nach Hamburg wurde uns schon von vornherein eine 40- minütige Verspätung angekündigt, sodass wir quasi schon über eine Stunde mehr Fahr-und Wartezeit auf der Uhr hatten, bevor auch nur ein Meter zurückgelegt worden war. Aber damit natürlich nicht genug: der Anschlusszug in Würzburg eine Stunde später war zwar rechtzeitig da, konnte aber leider erst 45 min später losfahren, weil die Türen nicht geschlossen werden konnten. So hatten wir dann insgesamt noch 2 Stunden Aufenthalt in der heimeligen Würzburger Bahnhofshalle. Eines war zu diesem Zeitpunkt aber bereits sicher: Nie mehr Bahnfahren, und wenn es von Flensburg nach Berchtesgaden geht...die Rückfahrt ausgenommen.

Um 19 Uhr dann endlich angekommen ging es direkt in die Halle, um wie üblich ein bisschen anzuschwitzen, die Bedingungen zu fühlen und den Schläger testen zu lassen. Noch schnell eine Pizza im Anschluss verzehrt ging es dann Richtung Hotel.

Samstag, 9 Uhr, Runde 1:

Anna startete gegen die 2 Jahre jüngere Sarah Rau aus Hessen und hatte wenig Probleme gegen die Abwehrerin. Satz 1 ging mit 11:5 an die Poppenbüttelerin, Satz 2 war etwas enger, ging aber auch sicher an Anna. Im 3.Satz erwischte sie jedoch einen schlechten Start und konnte bis zum Schluss nicht mehr herankommen. Satz 3 ging also an die Hessin. Der 4. Durchgang war lange ausgeglichen, zum Ende setzte sich Anna jedoch ab und gewann mit 3:1. Wichtiger Sieg zum Auftakt.
Lleyton, als jüngster Teilnehmer in diesem erlesen Feld, bekam es in seiner starken Gruppe gleich mit dem besten Spieler und Zweitplatzierten des Top 48, Hannes Hörmann aus Bayern, zu tun. Generell war von vorn herein bei diesem Turnier klar, dass unser junger Saseler hier locker aufspielen konnte; alle meist um 2-3 Jahre älteren Mitkonkurrenten aus seiner Gruppe wurden weit vor ihm im Ranking geführt und spielten bei diesem zweithöchsten Ranglistenturnier Deutschlands nicht zu ersten Mal, die meisten hatten im letzten Jahr sogar schon die Qualifikation zum Top 12 geschafft. Daher das Motto: Visier hochklappen und locker drauflos, die Favoriten ärgern und vielleicht schon mal hier und da eine kleine Duftmarke setzen. Satz 1 verlief relativ chancenlos, im 2. traute sich Lleyton gegen den haushohen Favoriten mehr zu und erarbeitete sich einen Satzball, den Hannes aber leider mit einem Netzroller abwehrte und dann in der Folge mit 13:11 gewann. Auch im 3. waren wieder Chancen da, Lleyton blieb lange dran, musste dem Schüler-Nationalspieler nach 9:11 dann aber zum Sieg gratulieren. Gut mitgespielt und ein wenig Nervösität beim Bayer kreiert, das war zum Auftakt in Ordnung.

Runde 2:

Anna hatte mit Lea Lachenmayer die nächste Abwehrerin vor der Brust, passte ja ganz gut von der Spielreihenfolge. Das Abtasten in Satz 1 ging mit 11: 9 an Anna. Im 2. hatte Anna schnell eine 3-Punkte- Führung mit 5:2, es wurde mit 7:7 aber wieder eng. Gute Nerven und Geduld brachten ihr dann aber wieder mit 11:9 den nächsten Durchgang. Der dritte war dann am Ende deutlich, ein gutes 3:0 und Erfolg Nummer 2.
Lleyton spielte furios auf gegen Köpke (TTVN) und obwohl er mit 2:7 hintenlag, gewann er diesen Durchgang mit 11:7. Da rief er schonmal alles ab, was in ihm steckt. Der 2. war sehr ausgeglichen, Lleyton konnte sogar auf 10:10 egalisieren, spielte dann aber 2 sehr risikoreiche Bälle- was eigentlichrichtig war- die daneben gingen. Köpke, ziemlich nervös, glich also zum 1:1 aus und gewann mehr und mehr Sicherheit in den Folgesätzen. 3:1 insgesamt dann für Köpke, aber wieder kratzte Lleyton ordentlich am Nervenkostüm eines 3 Jahre älteren Nationalspielers.

Runde 3:

In Annas Spiel gegen Hannah Schönau (WTTV) gab esf ünf hart umkämpfte Sätze. Anna glich nach 1:2 mit einem starken 11:2 aus und spielte im 5. klasse Tischtennis, endlich kam auch ihr gefürchteter Vorhandschuß. 3:2, starker Sieg gegen die 3. des TOP 48 vom Oktober. Anna stand somit nach 3 Runden ohne Niederlage da.
Lleyton kam in der stärksten Gruppe des Turniers nun gegen den nächsten Kracher, Felix Köhler aus der Pfalz, ebenfalls D/C- Kader Mitglied. Leider ein 0:3, aber wieder mit Chancen. Satz 2 war bei 10:8 schon fast zuhause, ging aber trotz der Satzbälle an einen clever spielenden Köhler. Der 3. war dann nur noch Formsache.

Runde 4:

Anna kam nun gegen Alina Lich (Bayern), nicht eben Ihre Lieblingsgegnerin. Satz 1 ging an unsere Nummer 1, im 2. wehrte sie einen Satzball bei 9:10 ab, verlor diesen aber dennoch mit 10:12. Der dritte Durchgang war ein Hin und Her, ging aber auch an Lich mit 3 Punkten Unterschied. Alles war gut bis 5:4 im 4. Satz, dann ging der Satz aber etwas zu schnell weg und Anna verlor mit 1:3.
Lleyton kam nun gegen einen von 3 B- Schülern im Feld, Tayler Fox aus Hessen. Der um ein Jahr ältere Fox begann eigentlich recht nervös, konnte nach ein paar etwas komischen Bällen Lleyton aber im Zaum halten und gewann Durchgang 1. Lleyton fühlte sich anscheinend arg unter Druck, konnte nach 2-3 vergebenen Bällen in Durchgang 2 nicht mehr so richtig dagegen halten, verlor diesen Satz ebenso und in der Folge glatt mit 0:3.

Runde 5, letztes Gruppenspiel:

Anna Schüler aus dem TTVSH, gegen die sie relativ glatt beim Top 48 gewann, stand ihr nun gegenüber. Anna hatte am Anfang das Heft der bestimmenden Akteurin in der Hand, gewann Satz 1 mit 11: 5. Durchgang 2 war dann aber eng und von viel klein-klein geprägt. Bis 7:7 waren die Mädels beieinander, dann gab es 2 Satzbälle für Schüler; den 2. nutzte sie, unsere Anna spielte zum Ende hin zu passiv. Auch Durchgang 3 ging an Schüler, Anna glich aber aus und war dann im 5. wieder in der Spur, gewann 3:2 und holte den Gruppensieg als hervorragendes Etappenziel auf dem Weg zum Top 12.
Lleyton traf nun noch Bastian Steeg vom WTTV als letzten, starken Gruppengegner in der Box. Angeknockt ging da wenig, Lleyton schaffte es nur phasenweise, mental standzuhalten, spielte da teilweise aber auch wirklich gutes Tischtennis mit starken Rückhand-Topspins. Letztendlich hatte Steg aber die größere Sicherheit zu bieten und gewann gegen Lleyton mit 3:0, der dadurch Platz 6 in der Gruppe belegte.

1. Platzierungsrunde, noch Samstag:

Anna musste gegen Leonie Berger (WTTV) ran, auch eine Spielerin, gegen die sie schon öfters verloren hatte und die ihr vom Spielsystem her nicht so gut liegt. 0:3 ging die Partie aus, viel deutlicher, als das Spiel verlief: In jedem Satz gab es Führungen von 2-3 Punkten, die Anna jedoch in keinem Satz ins Ziel bringen konnte. Schade, aber noch war nichts verloren, es ging für die Poppenbüttelerin nun um die Plätze 5-12.
Lleyton kam in der Platzierungsrunde 1 gegen Tom Schweiger aus Bayern, ein talentierter Rechtshänder, gegen den es beim Top 48 schon deutlich auf die Mütze gab. Auch dieses Match gestaltete sich schwer, dennoch konnte Lleyton einen Satz gewinnen, in dem er auch gut spielte. Tom Schweiger war aber am Ende der verdiente Sieger. Lleyton spielte nun am Sonntag erwartbar um die Plätze 21-24.

Unser italienisches Abendmahl nahmen wir zügig nach dem Turniertag dieses Mal auf Annas Zimmer ein, da die örtlichen Gastronomien mit Tischtennisvolk überfüllt waren. Dann war frühes Schlafen angesagt, um fit für den Sonntag zu sein und vielleicht noch den ein oder anderen Sieg einzufahren.

Sonntag, Platzierungsrunde 2:

Bondarenko-Getz aus Thüringen war Annas nächste Gegnerin, ein schweres Los. Gegen das D/C-Kadermitglied würde es sicher eine sehr enge Partie geben. Satz 1 ging klar an die Thüringerin. Der 2. war ein Verlängerungsdrama, welches Anna nach mehreren Satzbällen leider mit 16:18 verlor. Nun wurde es natürlich auch mental schwer, Anna ging dennoch mit 4:1 in Führung, hielt den Vorsprung bis 7:4. 7:5, dann 10:5 und 11:6. Satz 4 ging gut los 3:0-Führung, dann 6:3. Dann würde der Satz wieder eng, schaukelte sich bis in die Verlängerung hoch. Wieder Satzball, aber leider konnte Anna diesen wieder nicht nutzen und unterlag ihrer Kontrahentin mit 13:11 und damit 1-3. Kopf hoch, 9-12, alles drin.
Nun ging es in der nächsten Runde wieder gegen Anna Schüler. Der erste Satz ging mit 9:11 weg und Satz 2 fing wegen ein paar leichten Fehlern garnicht gut an, 1:3. Das ging bis 5:9 so, dann kam Anna wieder heran, 10:10. Hart, dass der Satz dann auch wieder wegging. Auch der 3. verlief zu Beginn alles andere als gut, aber Anna kämpfte bravourös. Dann ein leichter Fehler bei 9:10 und das 0:3 stand fest. Bittere Niederlage für die Poppenbüttelerin.
Nun ging es um die Wurst, um Platz 11. Im letzten Spiel musste sie jetzt unbedingt gegen Behringer aus Baden-Württemberg gewinnen. Satz 1 ging knapp an Anna. Ständige Führung im 2.aber dann letztendlich der Satzverlust, mit 2 Punkten Unterschied in der Verlängerung. Das Match schaukelte bis in den 5. Satz hin und her, hier hatte jedoch Anna die klar besseren Nerven und gewann verdient. Platz 11 in der Endabrechnung für Anna, nun muss gehofft werden, dass sie den Platz für das Top12 im Februar bekommt, denn nur die ersten 8 haben einen Platz bei diesem Finalturnier sicher. Als D/C-Kadermitglied sollte sie jedoch ganz gute Chancen haben.

Lleyton kam nun gegen Tammo Misera aus Niedersachsen, 2003er Jahrgang und auch wie einige andere ein Spieler, der bei diesem Turnier deutlich hinter den Erwartungen zurück geblieben war. Nach knapp verlorenem ersten Satz war es schwer für Lleyton, dagegen zu halten und Misera wurde sicherer. In den beiden Folgesätzen lief Lleyton ständig einem Rückstand hinterher, zeigte aber auch nicht mehr genug Kampfbereitschaft und Gegenwehr, dabei muss man insbesondere gegen bessere Spieler an diesen Tugenden jedoch stets festhalten, sonst macht man es ihnen zu leicht und schlechte Phasen im Satz, die gegen gute Gegner natürlich öfter mal vorkommen, können dann nur noch selten und mit Glück zu eigenen Gunsten umgedreht werden. So ging das Spiel letztendlich unspektakulär mit 3:0 an Misera.
In seiner letzten Partie um Platz 23 spielte Lleyton nun noch gegen den WTTVler Teramae. Ein 10:6 im ersten Satz ging unglücklich verloren und unglücklich darüber war natürlich auch Lleyton. Aber nach einer kleinen Wachrüttel-Ansprache konnte er sich noch einmal aufbäumen, gewann Satz 2 relativ deutlich. Der Dritte ging wieder weg, Lleyton versuchte jedoch, seinen ganzen Turnierfrust noch einmal wegzudrücken und spielte sich in den 5. Satz. Lange waren die beiden eng beieinander, aber Teramae spielte am Ende einen Tick besser, gewann letztlich mit 3:2. Somit war es dann Platz 24 für unseren Hamburger. Spielerisch und auch von der Einstellung her hätte es etwas besser sein können, aber der jüngste Teilnehmer des Feldes hatte diesen Platz ja auch bekommen, um Erfahrung zu sammeln und um sich bei den älteren Spielern anzuschauen, wie es funktioniert: Nicht nur eine tolle Rückhand und Vorhand sind wichtig, sondern auch die Fähigkeit, Rückschläge zu verkraften, sich im Match nach bitteren Momenten auch wieder aufrichten zu können und dem Gegner zu zeigen, dass man gewinnen will und sich nicht so leicht geschlagen gibt. Als sehr junger Spieler hat er jedoch noch viel Zeit, diese Dinge zu lernen und dafür sind solche Herausforderungen ja auch da.

Mit mittelschwer gespannter Erwartungshaltung suchten wir dann nach Beendigung des Turniers den Neckarsulmer Hauptbahnhof auf, um dort dann der selbstverständlichen Verspätung des Regionalzuges mit einer Mischung aus Flüchen und Stoßgebeten entgegenzuwirken. Wir wurden tatsächlich erhört, die 6 Minuten Verspätung schrumpften auf 3 zusammen und ließen uns in Würzburg genug Luft, den 9 Minuten später abfahrenden Anschluss-ICE zu erreichen. Nun konnte nur noch ein einziger Zug unser Timing verreißen, 20:30 Uhr nach sowieso schon 40- minütigem Umweg über Rotenburg in HH -HBF anzukommen. So weit, so gut. Es kamen dann auch nur noch flockige 45 Minuten Verspätung hinzu ( unser ICE musste für einen kurzen Streckenabschnitt hinter einer S- Bahn herfahren..!), die aber ja noch locker innerhalb des atmenden Pünktlichkeits-Rahmens der DB lagen. Als kleines Schmankerl während eines Haltes auf freier Strecke wurde dann noch für Reisende nach Berlin durchgesagt,dass ihr ebenfalls verspäteter Anschlußzug in Kassel uns soeben einer Anweisung gemäß überholt hatte und somit für die Reisenden dort nicht mehr erreichbar sei. Mal wieder etwas Neues aus der Trickkiste der Deutschen Bahn...Um 21:45 Uhr waren wir dann aber tatsächlich wieder zurück in der schönsten Stadt der Welt.

Alle Ergebnisse sind auf der Website des Ausrichters nachzulesen. Ergebnisse TOP 24

O. Alke
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