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STIGA MASTERS MINIMES

Ein Wochenende nach dem TOP 48 ging es für Lleyton Ullmann vom TSV Sasel schon wieder auf Reisen, dieses Mal in das benachbarte Belgien, um sich nahe Lüttich mit den besten 13 B-Schülern Europas aus seinem Jahrgang 2006 zu messen. Nach seinem guten Abschneiden bei den EURO MINI CHAMPS im August war er zu diesem hochkarätigen Turnier, den STIGA MASTERS MINIMES, eingeladen worden. Freitag früh ging es also wieder los, aber zuerst nach Hannover, um dort mit Mia Griesel und ihrem Coach Nebosja Stevanov vom TTVN gemeinsam nach Lüttich zu fahren. Am Nachmittag dann ohne nennenswerte Verkehrsprobleme angekommen, gab es natürlich noch eine kleine Trainingseinheit mit Zimmergenosse Luis Kraus aus Bayern, um die Bedingungen zu testen, bevor das Abendessen in der angrenzenden Restauration den Abschluss des Tages für die doch reichlich müden Jung-Athleten einläutete. Oder zumindest fast: In der Herberge versammelten sich die Kinder der verschiedensten Nationen noch um -natürlich- einen Tischtennistisch, um trotz Sprachbarrieren bis zur Bettruhe noch eine Menge Spaß miteinander und den hauseigenen Hobby Noppenaußen-Schlägern zu haben. Es ist immer wieder schön mitzuerleben, wie auch in den höchsten Leistungsklassen trotz aller Konkurrenz das Verbindende im Sport die Kinder kulturübergreifend zusammenbringt. Das noch nicht so ausgeprägte Englisch-Repertoire der Kids ist dann auch kein wirkliches Hindernis mehr.

Samstag, 10 Uhr, Turnierbeginn
:
Gespielt wurde in 2 Siebener-Gruppen jeder gegen jeden, Sonntag dann nach Setzung über die erspielten Ergebnisse weiter bis zum Finale, bzw. den Endplatzierungen. Nach der Begrüßung starteten die Mädchen,die Jungs ab 10.40 Uhr. Lleyton hatte in seiner 7er-Gruppe die erste Runde spielfrei, sodass er erst um 12 Uhr in die Box musste, wo es gleich zu der Revanche für die Niederlage beim EMC gegen David Björkryd (SWE) kam. Lleyton war gut drauf, spielte viel aktiver und variabler als noch beim EMC. Satz 1 ging klar an Lleyton und im 2. lag er schon mit 9:5 vorn, als David nochmal aufholte und mit 12:10 den Satzausgleich herstellte. Das war nicht leicht zu verdauen. Aber nach kurzer mentaler Erholungszeit nutzte er seine Überlegenheit am heutigen Tag wieder voll aus. Er spielte aggressiv, hatte immer einen festeren Ball parat und gewann die beiden Folgesätze klar. 3:1, Revanche geglückt.
Spiel 2 ging gegen Felix Lebrun (FRA), den EMC Sieger bei den 2006ern. Klassespiel vom Hamburger, Satz 1 ging nach furiosem Start dann knapp an Lleyton. Dann spielte der Penholder-Techniker besser, wurde enorm sicher im Halbdistanzspiel und gewann den 2. und 3. Satz klar. Lleyton blieb im 4. immer dicht bei ihm, unterlag dann aber mit 9:11. Das war eine sehr gute Partie, spielerisch und auch mental. Sie zeigte, dass auch gegen die momentanen Topspieler Europas immer Chancen da sind.
Nächster Gegner war in Runde 3 der Belgier Tom Closset, nach bisherigem, zugegebenermaßen lückenhaften Wissensstand eine machbare Aufgabe. Aber alles muss gespielt werden und hier gab es definitiv keine Freilose. So kam es auch. Spielerisch eigentlich in allen Belangen der bessere Akteur, hatte Lleyton aber mit einigen leichten Fehlern und mit der Bissigkeit seines Gegenübers zu kämpfen. Nach Verlust des ersten Satzes trotz einer 8:5-Führung war so ein bißchen der Wurm drin, aber Lleyton behielt insbesondere an den Satzenden die Nerven und sicherte sich die Sätze 2 und 3. Dann wieder ein kurioser Satz mit einigen psychisch nicht leicht zu verdauenden Kantenbällen, verschossenem Turm und Rückhandtreffern aus dem Nichts von Closset, und auf einmal fand sich Lleyton im 5. Satz wieder. Diesen dirigierte er aber mit größtmöglicher Ruhe und taktischer Genauigkeit von Beginn an und gewann dann mit 11:6. Eine Zitterpartie und nicht leicht zuspielen, wenn man sich eigentlich als der bessere Spieler fühlt, der andere aber einfach nicht zu knacken ist und irgendwie immer dran bleibt.
Runde 4, die Chance zur nächste EMC-Revanche, gegen den Ukrainer Artem Ovchynnikov. Ein enorm schneller, quirliger Junge, der kompromisslos auf Attacke getrimmt war. Das Match lief aber dennoch richtig gut, zumindest am Anfang. Überlegtes Spiel und auch mit der Geschwindigkeit des Ukrainers hielt Lleyton problemlos mit, errang eine schnelle 2:0- Satzführung. Dann aber gingen Satz 3 und 4 etwas zu leichtfertig und ebenso schnell weg, man darf halt nie denken, dass man am Ziel ist, bevor das Shakehands kommt. Im 5. erwischte Lleyton jedoch wieder einen guten Start und ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. 3:2, nächste Revanche im Kasten.
In der vorletzten Runde ging es dann gegen einen der Turnierfavoriten, Dragos Bujor aus Rumänien. Ein gegenseitiges Abtasten zu Anfang und dann Führung für Lleyton. Leider brachte er diesen Satz in der Verlängerung nicht nach Hause und der anfänglich auch etwas gehemmte Bujor agierte nun weitaus selbstsicherer. Chancen waren da, aber in den entscheidenden Momenten flogen die Bälle nicht genau dorthin wo sie sollten, Bujor kam immer öfter in gute Angriffspositionen mit der Vorhand. Satz 2 und 3 gingen dann auch etwas deutlicher flöten und das Spiel war mit 0:3 verloren. Macht nix, Bujor hatte zu dem Zeitpunkt auch noch kein Spiel verloren.
In der letzten Runde des Samstages musste nun Lleyton einem Kontrahenten die Chance auf eine EMC- Revanche geben: Der Russe Sergei Garazian wurde dort von Lleyton relativ deutlich geschlagen. Hier jedoch bot Garazian aber bis zu dieser letzten Runde auch eine gute Vorstellung, stand wie Lleyton 3:2 und würde bestimmt nicht noch einmal so einfach zu schlagen sein. Es war dann auch ein sehr ausgeglichenes Spiel, mit guten Momenten für beide Akteure. Und wieder ein 5. Satz, nach vier hart umkämpften Durchgängen. Lleyton lief den ganzen Satz einem 3-4 Punkterückstand hinterher, hatte bei 1-2 unforced errors auch schon eine kleine Krise, man sah das Vertrauen schwinden. Aber er fing sich, beherzte das tiefe Durchatmen und kam auf 10:10 ran. 4 lange Ballwechsel zum Herz-in-die-Hose-rutschen, dann war der 3. 3:2-Sieg perfekt, mit 13:11 fuhr Lleyton den verdienten Lohn für eine mental sehr gute Leistung ein.
Damit war er mit einer 4:2-Bilanz guter Gruppendritter hinter Lebrun und Bujor. Am Sonntag hatten dann die beiden Gruppenersten ein Freilos, Lleyton musste als 3. gegen den 6. der anderen Gruppe ran und das war ausgerechnet sein Team-und Zimmerkollege bei diesem Turnier, Luis Kraus aus Bayern. Die letzten beiden Begegnungen beim Talent Cup und TOP 48 waren klare Angelegenheiten für den Saseler und da beide hier als Team Deutschland antraten, einigten sich sein Coach Cornel Borsos und ich darauf, die Partie ohne Betreuung ausspielen zu lassen. Ein paar leichte Fehler und etwas zu passives Spiel bescherten Luis den ersten Satz. Lleyton ließ sich aber nicht sonderlich beeindrucken und gewann alle drei Folgesätze deutlich. Damit war das Viertelfinale perfekt.
Nun wartete mit dem Spanier Berzosa ein echter Kracher, 2. beim EMC, Linkshänder, mit sehr starker Vorhand. Und wieder lieferte Lleyton ein tolles Spiel ab: Satz 1 ging nach 2 vergebenen Satzbällen in der Verlängerung an den Spanier, über die Verlängerung glich Lleyton zum 1:1 aus. Dann kam wohl sein bester Satz desTurniers: Vorhand und Rückhandschwinger kamen, die Sicherheit war da. Nach einem zwischenzeitlichen 9:1 gewann Lleyton den Satz zu 5. Der nächste Durchgang ging wieder an den Spanier. Im 5. dann eine 5:3 Führung, Lleyton hatte auch mental die Nase vorn. 7:7 dann wieder, Timeout Spanien. Dann 2 gute Aufschläge und beherztes Nachsetzen von Berzosa, 7:9. Timeout Hamburg. Nich ganz exakt aufgeschlagen, 2 relativ einfache Punktgewinne Berzosa, 2:3. Mist, leider verloren, aber ein Superspiel.
5-8 hieß es also und eine Neuauflage obendrein. David Björkryd verlor 0:3 gegen Lebrun und traf so wieder auf unseren Saseler. Es folgte ein Drama, wie es im Buche steht: Satz Eins 15:13 an den Schweden, Lleyton glich aus. Kopf an Kopf dann der 3. Satz mit besserem, knappen Ende für Lleyton, aber beide Spieler waren mental schon reichlich angeschlagen, es war ein offener Schlagabtausch, bei dem Taktik nur noch eine untergeordnete Rolle spielte. David fing sich am Ende des Satzes wieder gut ein, holte mit ein paar riskanten Vorhandspins den Satzausgleich. Lleyton musste ein paar Mal tief durchatmen, versuchte aber im 5. wieder eine aktivere Rolle zu übernehmen, und das gelang. Er holte sich ein paar Punkte Vorsprung zum Satzende heraus, und das nach 3:5 Rückstand, was wie eine ganze Welt weit weg schien. Stark, wie er sich dann wieder unter Kontrolle hatte und verdient mit 2 Punkten Vorsprung diesen Sieg holte. 3:2, nun ging es gegen einen weiteren Franzosen, Nathan Lam, um Platz 5. Diese Abschlusspartie würde wohl wieder ein Ding auf Messers Schneide werden, wenn Lleyton noch ein paar Körner übrig hätte. Der Franzose war auf jeden Fall auch ein starker Spieler. Nun war Lleyton jedoch völlig locker und befreit. Nach all den Fünfsatzspielen konnte ihm keine Schwierigkeit mehr etwas anhaben und er gewann den ersten Satz knapp, die beiden nächsten recht deutlich und krönte seine gute Leistung hier beim STIGA MASTERS mit einem tollen 5. Platz.

Die Heimfahrt traten wir erst gegen 16 Uhr nach der Siegerehrung an in der Hoffnung, ohne viele stürmische Zwischenfälle wieder nach HH zu gelangen. Dann stehen die Zeichen auf ein wenig reduziertes Training und Regeneration, denn am Donnerstag steht der Aufbruch zum nächsten Highlight an: Lleyton ist von Bundestrainierin Eva Jeler für die Slovak Cadet Open in Bratislava nominiert worden, tritt dann zum ersten Mal ganz offiziell imTeam Deutschland auf, Verbandstrainer Olli ist auch wieder mit von der Partie. Da wird es jedoch nochmal eine Spur rasanter zugehen, denn dort wartet Europas Elite und wohl auch ein paar Topleute aus Übersee in der A-Schüler Klasse. Wir beide freuen uns aber schon riesig darauf, wieder neue Erfahrungen einsammeln zu können.

Blegny, Belgien,

Oliver Alke
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